Glossar

3-Liter-Haus

Die übliche Maßzahl des Energiebedarfs ist die Angabe in Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr, also in kWh/(m²·a). Der Energiebedarf kann natürlich umgerechnet werden in andere Größen: 1 kWh/(m²·a) entspricht 3,6 MJ/(m²·a) bzw. 0,114 W/m² bzw. 0,1 l/(m²·a) Heizöläquivalent. Daher stammt die Begriffsbildung des 3-Liter-Hauses, was etwa 30 kWh/(m²·a) entspricht.

Absorber

Absorber sind im Erdreich verlegte Wärmetauscher aus PE-ummanteltem Kupferrohr. Ursprünglich stammt der Begriff Absorber aus der Solartechnik. 

Anbindeleitung

Die Anbindeleitung ist die Verbindung zwischen Verteilerschacht und Wärmepumpe.

Anlagenaufwandszahl

Die Anlagenaufwandszahl einer Heizungsanlage gibt das Verhältnis des Aufwandes an Primaenergie zu nutzbarer Wärme des gesamten Anlagensystems wieder. Die Zahl gibt also an, wie viel Energie aus der Quelle gewonnen werden muss, um mit der beschriebenen Anlage eine Einheit Nutzwärme im Raum bereitzustellen.

Arbeitsmedium

Das Arbeitsmedium dient als Wärmetransportmittel in einer Wärmepumpe. Es wird dort auch Kälte- oder Arbeitsmittel genannt. Beim Arbeitsmedium handelt es sich um eine chemische Substanz (Fluid) mit geringer Verdampfungstemperatur, z.B. Propan, Amoniak, Kohlendioxid. Das Kältemittel nimmt bei niedriger Temperatur und niedrigem Druck Wärme auf und gibt sie bei höherer Temperatur und höherem Druck wieder ab.

bivalent

In einem bivalenten Heizsystem produzieren zwei Wärmeerzeuger die zur Raumheizung und/oder Warmwasserbereitung benötigte Wärmeenergie. Ein Beispiel ist die Kombination eines Gas-Brennwertkessels mit einer Wärmepumpen-Anlage.

bivalent-alternativ

Die bivalent-alternative Betriebsweise wird gewählt, wenn hohe Vorlauf- und Rücklauftemperaturen notwendig sind oder der Wärmestrom aus der Wärmequelle nur bis zu einem gewissen Grad ausreicht. Entweder heizt die Wärmepumpe oder der zweite Wärmeerzeuger.

bivalent-parallel

Bei bivalent-parallelem Betrieb sind die Wärmepumpe und der weitere Wärmeerzeuger ab einer bestimmten definierten Außentemperatur (z.B. +3°C) gleichzeitig in Betrieb. Diese Betriebsart wird gewählt, wenn die benötigte Vorlauftemperatur bzw. die benötigte Heizenergie zu hoch ist. Gerade im Altbaubereich kommt diese Betriebsvariante verbunden mit einer Luft-Wasser-Wärmepumpe zum Einsatz, hierbei wird dann auch der oftmals bereits vorhandene Wärmeerzeuger weiter genutzt.

Bivalenzpunkt

Als Bivalenzpunkt wird die Außentemperatur, bei dem ein zweiter Wärmeerzeuger (Heizkessel), den Betrieb ganz oder teilweise übernimmt, bezeichnet.

COP (Coefficient of performance)

siehe Leistungszahl

Direktverdampfung

Direktverdampfende Wärmepumpen nehmen die Wärme aus dem Erdreich über einen verlegten Erdwärmeabsorber aus PE-ummantelten Kuperrohr direkt in das Kältemittel auf. Sie sind besonders effizient, da der Wärmeübergang günstiger ist, Wärmeverluste am Wärmetauscher vermieden werden und keine zusätzlicher Stromverbrauch durch eine Solepumpe erforderlich ist.

EER (Energy Efficiency Ratio)

EER gibt das Verhältnis der erbrachten Kälteleistung zur eingesetzten Energie an.

Eisspeicher

Ein Speicher für Wärmeenergie auf Niedertemperatur-Basis und damit relativ geringen Energieverlusten, der die Kristallationswärme beim Phasenübergang von Wasser von flüssigen auf den festen Aggregatzustand nutzt. Er wird mit einer Wärmepumpe und häufig auch in Kombination mit einer Solaranlage betrieben. Der Eisspeicher liefert die Quellenenergie für die Wärmepumpe und findet optional auch im Kühlmodus Verwendung.

Energiestandard

Der Energiestandard eines Gebäudes legt fest, wie hoch der Energiebedarf pro Quadratmeter Energiebezugsfläche und Jahr sein darf.

Energiezaun

Ein Energiezaun gehört zu den so genannten Oberflächenkollektoren oder -absorbern. Dabei handelt es sich im Regelfall um ein Betonelement, in dessen Innerem sich Kunststoffröhren mit Wärmetragerflüssigkeit befinden. Das Betonelement kann die Form eines Zaunes oder auch eines Carports haben.

EnEV (Energiesparverordnung)

Durch die Neufassung der Energieeinsparverordnung werden die Beschlüsse der Bundesregierung zum Integrierten Energie- und Klimaprogramm (IEKP) im Gebäudebereich umgesetzt. Ziel der novellierten Energieeinsparverordnung (EnEV) ist es, den Energiebedarf für Heizung und Warmwasser im Gebäudebereich um etwa 30 Prozent zu senken.

Enthalpie

Summe von innerer Energie und Verdrängungsarbeit. Bei Berechnungen wird immer die spezifische Enthalpie (kJ/kg) verwendet.

Erdwärmekollektor

Erdwärmekollektoren sind Wärmeübertrager. Diese Rohre (meist aus Kunststoff bestehend) werden horizontal im Erdreich verlegt.

Erdwärmesonde

Erdwärmesonden sind Wärmeübertrager. Es sind Rohrbündel, die senkrecht in Erdbohrungen gesetzt werden.

EVU

Energieversorgungsunternehmen

EVU-Sperrzeiten

Im vom EVU angebotenen Wärmepumpentarif können Sperrzeiten definiert sein, in denen die Stromversorgung unterbrochen wird. Maximal sind 3 x 2 Stunden pro Tag zulässig. 

Expansionsventil

Das Expansionsventil spritzt das Kältemittel ein, es kann sich ausdehnen. Das Expansionsventil ist somit die Stelle, wo sich das Kältemittel in den Verdampfer entspannt und diesen abkühlt.

Fortluft

Als Fortluft wird die Abluft bezeichnet, die ins Freie geblasen wird.

Heizleistung

Heizleistung ist die von der Wärmepumpe abgegebene Nutzwärmeleistung.

Hybridmodul

Kollektor zur Nutzung der Sonnenenergie sowohl zur Gewinnung von Wärme (Solarthermie), als auch zur Erzeugung von Solarstrom (Photovoltaik). Diese Technologie wird auch Photothermie oder Thermovoltaik genannt. In Kombination mit einer Wärmepumpe sorgt diese für die Kühlung der Photovoltaik-Komponenten des Moduls, indem sie dessen Wärmeenergie als Quelle nutzt. Ebenso kann die Wärmepumpe im reversiblen Betrieb zur Abtauung der Module genutzt werden, wenn dieses vereist ist.

Inverter

In der konventionellen Wärmepumpen-Technik schaltet der Verdichter in Abhängigkeit vom Heiz- und ggf. Kühlbedarf ein oder aus, läuft also auf Volllast oder gar nicht. Im Gegensatz dazu passt sich bei Wärmepumpen mit Inverter-Technologie die Leistung des Verdichters variabel dem Heiz- bzw. Kühlbedarf an. Diese analoge Regelung des Kompressors wird mit Hilfe eines Frequenzumrichters, auch Inverter genannt, realisiert.

Gegenüber der konventionellen AN-/AUS-Technologie ergeben sich für Wärmepumpen mit Inverter-Technologie einige Vorteile, wie eine tendenziell höhere Lebensdauer, eine kürzere Anlaufkurve, geringere Anlaufströme und eine höhere Laufruhe des Kompressors und auch eine verbesserte Jahresarbeitszahl.

Jahres-Arbeitszahl

Quotient der Heizwärme und der Verdichter-Antriebsarbeit über einen bestimmten Zeitraum.

Jahres-Aufwandszahl

ist der Kehrwert der Jahres-Arbeitszahl.

Kalte Nahwärme

Analog zur Versorgung mit Fernwärme werden auch bei der Kalten Nahwärme die Gebäude über einen Hausanschluss mit Energie aus einem Wärmenetz versorgt, gegenüber der Fernwärme jedoch mit einer deutlich niedrigeren Temperatur. Diese Energie wird in örtlicher Nähe zu den zu beheizenden Gebäuden aus unterschiedlichen Quellen, wie dem Erdreich, dem Grundwasser oder auch Abwasser, gewonnen. Aufgrund der relativ niedrigen Temperatur entstehen kaum Energieverluste. Mittels effizienter Wärmepumpentechnik wird diese Wärmeenergie dann auf das gewünschte Temperatur-Niveau angehoben und kann zur Beheizung sowie Warmwasserbereitung der Gebäude genutzt werden.

Kälteleistung

Die Kälteleistung entspricht dem Wärmestrom, der einer Wärmequelle (z.B. dem Erdreich) infolge Verdampfung einer Arbeitsmediums (Kältemittel) einer Wärmepumpe entzogen wird.

Kältemittel

siehe Arbeitsmedium

Kombispeicher

Wärmepumpen-Anlagen, die sowohl warmes Wasser liefern als auch zusätzlich kostenlose Wärme für die Heizung bereitstellen, arbeiten mit zwei Speichern: einem Pufferspeicher und einem Warmwasserspeicher. Kombispeicher vereinen beides und sind nach dem Zwei-Tank-Prinzip aufgebaut. Sie dienen primär als Puffer, um die von der Wärmepumpe gelieferte Energie zu bevorraten.

Kreisprozess

Als Kreisprozess bezeichnet man den thermodynamischen Kreislauf der Wärmepumpe. Ein Arbeitsmedium (Kältemittel) durchläuft in einem Kreislauf verschiedene Aggregatzustände. Das Kältemittel wird nacheinander verdampft, verdichtet, verflüssigt und entspannt.

Kühlung

In Bezug auf Wärmepumpen bezeichnet Kühlung die Fähigkeit, i. d. R. in den Sommermonaten die Innentemperatur von Gebäuden auf ein niedrigeres Niveau abzusenken. Man unterscheidet grundsätzlich zwei verschiedene Arten:

Bei der „aktiven Kühlung“ arbeitet der durch den Verdichter angetriebene Kältekreis im Umkehrbetrieb, also reversibel, und senkt damit die vorhandene Temperatur des Kühlmediums und somit des Gebäudes ab.

Im Gegensatz dazu wird bei der Naturkühlung dem Wasser aus dem Verteilersystem (z. B. Flächenheizung oder Kühldecke) mittels eines Plattenwärmeübertragers Wärme entzogen und dem das Gebäude umgebenden Boden zugeführt. Damit steht diese Energie "auf natürliche Weise" in der Heizsaison der Wärmequelle wieder zur Verfügung. Bei dieser „passiven Kühlung“ ist der Kältekreis mit seinem Verdichter nicht beteiligt.

Leistungszahl

Die Leistungszahl ist der Quotient aus Heizleistung und Verdichter-Antriebsleistung. Die Leistungszahl kann nur als Momentanwert bei einem definitiven Betriebszustand angegeben werden. Da die Heizleistung stets größer ist als die Verdichter-Antriebsleistung, ist ε immer > 1.

monoenergetisch

Bei dieser Betriebsart wird die Elektrowärmepumpe durch eine elektrische Zusatzheizung unterstützt. Dies ist vor allem bei Luft/Wasser-Wärmepumpen notwendig, um bei tieferen Außentemperaturen genügend Heizleistung zur Verfügung zu stellen.

monovalent

Der Dimensionierungspunkt muss bei einem Deckungsgrad von 100% auf die niedrigste Außentemperatur gelegt werden. Üblicherweise werden nur Sole-Wasser- und Wasser-Wasser-Wärmepumpen als monovalente Heizsysteme ausgelegt. Die monovalente Wärmepumpe deckt den Wärmebedarf während des gesamten Jahres ohne eine Zusatzheizung allein. Selbst bei tiefen Außentemperaturen liefert die Wärmequelle ausreichend Energie.

Nennaufnahme (Verdichter)

Die im Dauerbetrieb unter definierten Bedingungen maximal mögliche elektrische Leistungsaufnahme der Wärmepumpe. Sie ist nur für die elektrische Installation an das Versorgungsnetz maßgebend und wird vom Hersteller auf dem Leistungsschild angegeben.

Nutzungsgrad

Der Nutzungsgrad ist der Quotient aus genutzter und dafür aufgewendeter Arbeit bzw. Wärme.

Primärenergie

Zur Primärenergie gehören die natürlichen Kohle-, Erdöl- und Erdgasvorkommen, Uran, Wasserkraft, Sonnenstrahlung, Windkraft, Erdwärme, Gezeitenenergie und Biomasse.

Regenerative Energie

Regenerative Energien bilden in der heutigen Zeit eine ernst zu nehmende und vernünftige Alternative zu herkömmlichen fossilen Brennstoffen. Neben Windenergie, Solarenergie, Wasserkraft und Biomasse zählen zu den regenerativen Energiequellen auch die in Erdboden, Luft und Wasser gespeicherte Wärme (Geothermie, Aerothermie und Hydrothermie). Damit ist die Wärmepumpe ein Paradebeispiel für die effiziente Nutzung von erneuerbarer und kostenloser Energie aus der Umwelt.

Regler

Der Wärmepumpenregler steuert, regelt und überwacht die Wärmepumpen– und Heizungsanlage. Über ein Wochenprogramm kann der täglich erforderliche Wärmebedarf individuell eingestellt werden.

Reversibel

Im reversiblen Wärmepumpen-Modus arbeitet der Kältekreis im Umkehrbetrieb und ermöglicht – nach dem gleichen Prinzip wie bei einer Klimaanlage – somit die Kühlung des Gebäudes. Hierbei werden im Vergleich zum Heizmodus Wärmequelle und –senke getauscht.

Saug-und Schluckbrunnen

Grundwasser-Wärmepumpen nutzen oberflächennahes Grundwasser zur Wärmegewinnung für Heizung und Warmwasserbereitung. Über einen Saugbrunnen (Förderbrunnen) wird das Grundwasser durch eine Unterwasserpumpe der Wärmepumpe zugeführt. Ein Schluckbrunnen führt das Grundwasser wieder in den natürlichen Kreislauf zurück, nachdem ein Teil der Wärmeenergie entzogen wurde.

Sekundärenergie

Sekundärenergie ist die Energie, in die Primärenergie aus Gründen der Zweckmäßigkeit umgewandelt wird. Sekundärenergie ist leichter zu transportieren, zu verteilen, zu lagern und besser in für den Menschen zu nutzende Energie umzuwandeln. So werden z. B. aus den Primärenergieträgern Steinkohle und Braunkohle die Sekundärenergieträger Briketts Koks und Stadtgas hergestellt. Aus dem Primärenergieträger Erdöl gewinnt man die Sekundärenergieträger Benzin, Dieselkraftstoff und Heizöl. Aus den Primärenergieträgern Kohle, Erdöl, Erdgas und Uranerz gewinnt man elektrische Energie und thermische Energie (Fernwärme).

Soleflüssigkeit

Die Soleflüssigkeit oder auch Trägerflüssigkeit genannt, besteht aus einem Gemisch aus Wasser und einem für die Umwelt ungiftigen Frostschutzmittel.

System-Jahresarbeitszahl

In Bezug auf die Jahresarbeitszahl (JAZ) werden bei der Systemjahresarbeitszahl (SJAZ) folgende zusätzliche Verlustquellen berücksichtigt: Heizungspuffer- und Warmwasserspeicher, Abtauenergie des Lamellenverdampfers bei Luft-Wärmepumpen, Elektro-Heizelement sowie Speicher-Ladepumpen. Bewertet wird damit die Nutzenergie des gesamten Wärmepumpen-Systems.

Verdampfer

Wärmeaustauscher einer Wärmepumpe, in dem ein Wärmestrom durch Verdampfen eines Arbeitsmediums der Wärmequelle entzogen wird.

Verflüssiger

Wärmeaustauscher einer Wärmepumpe, in dem ein Wärmestrom durch Verflüssigung eines Arbeitsmediums an die Wärmesenke (z.B. Heizsystem) abgegeben wird.

Wärmequelle

Die Wärmequelle ist ein Medium, dem mit Hilfe der Wärmepumpe Wärme entzogen wird

Wärmeträger

Flüssiges oder gasförmiges Medium (z.B. Wasser oder Luft), mit dem Wärme transportiert wird

Wärmeübertrager

Wärmeübertrager, häufig Wärmetauscher genannt, dienen der gezielten thermischen Zustandsänderung von Fluiden. Die W. kühlen, erwärmen oder ändern den Aggregatzustand der Fluide, die sie durchströmen.

Zusatzenergie

elektrische Energie, die direkt genutzt wird (Schnellaufheizstab)


Hinweis

Die Einträge in diesem Glossar dienen ausschließlich Ihrer Information. Bitte beachten Sie: Es handelt sich bei diesen Glossar-Einträgen weder um rechtlich verbindliche Definitionen, noch erheben diese Einträge einen Anspruch auf Vollständigkeit.

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